„Kontakt heißt zu leben, statt über das Leben zu sprechen; es heißt, zu handeln und zu erfahren, statt zu analysieren – und zwar geht es um Erfahrungen in der Gegenwart.“
(Gary M. Yontef)

Gestalttherapie ist eine Gesprächstherapie in dialogischer Haltung mit ganzheitlichem, emanzipatorischem Ansatz.

Ein wesentlicher Aspekt der Gestalttherapie ist der Fokus auf das Hier und Jetzt. Alles, was uns in der Gegenwart bewusst oder unbewusst beschäftigt, bestimmt unsere Lebensqualität. Häufig begegnen uns bestimmte Themen immer wieder, für die es scheinbar keine gute Lösung gibt. Wenn Probleme uns so in der Hand zu haben scheinen und unsere Lebensfreude einschränken, ist es notwendig, „unerledigte Geschäfte“ (Fritz Perls) aufzuarbeiten, „offene Gestalten“ zu schließen. Schwierige ungelöste Situationen aus der Vergangenheit, die wir gemäß unserer Entwicklung nicht verarbeiten konnten, binden einen Teil unserer Energie, der uns für eine kreative Selbstentwicklung in der Gegenwart fehlt.
Ein guter Kontakt zu sich selbst und zu Anderen ist eine wesentliche Vorraussetzung, wenn es darum geht, alte Verhaltensmuster zu überwinden und neue Schritte auszuprobieren. Sei es in einer festgefahrenen Partnerschaft, auf beruflichem Weg oder in der Verstrickung mit der eigenen Familie. Mittels der Gestalttherapie kann sich unser Gewahrsein erweitern, so dass wir den bisher verborgenen Teil, wie z.B. unbemerkte Bedürfnisse, Gefühle und Sehnsüchte wieder erleben und miteinbeziehen können. Im Wahrnehmen und Annehmen des Ist Zustandes liegt ein wesentlicher Schlüssel für das Entdecken neuer Möglichkeiten.
Dabei greifen Körper Geist und Seele ineinander und befruchten sich in jedem  Augenblick neu, wenn wir lernen, dies zuzulassen und uns nicht selbst im Weg zu stehen. Der Organismus besitzt seine eigene Weisheit und Fähigkeit, die wir lernen zu nutzen, um unsere jetzigen Bedürfnisse ernst zu nehmen, sie in den Kontakt zu bringen und der eigenen Natur gemäß zu leben.